Jahresrückblick

2019/2020

Stand, September 2020

An dieser Stelle berichte ich normalerweise von einem erfüllten Schulleben an der VIB, wo kulturelle Ereignisse, Feste und Feiern neben dem Lernen stehen. Aber dieses Jahr ist bekanntlicherweise alles anders. CORONA hat auch an der Schule Vieles durcheinander- oder zum Stillstand gebracht.

Wochenweise fast alleine in einem Schulhaus zu sitzen, nicht mehr so genau zwischen Ferien- und Unterrichtszeit unterscheiden zu können, war doch eine seltsame Erfahrung. Alle Planungen und Termine lagen auf Eis, wurden abgesagt oder verschoben, im Emailfach türmten sich dafür innerhalb kürzester Zeit die Nachrichten in unvorstellbaren Mengen und man war quasi Stunden füllend damit beschäftigt, Inhalte zu sichten, aufzunehmen, weiterzuleiten, Anfragen oder Abfragen zu beantworten und möglichst den Überblick zu behalten. Daneben bediente man die Schüler mit Aufgaben und - ja - man fand auch mal Zeit zum Ausmisten. Seit Pfingsten zog das Tempo noch einmal deutlich an.

Was blieb nun auf der Strecke und muss dringend unter hoffentlich normalen Verhältnissen wiederaufgenommen oder angeschoben werden? Da wäre sicherlich der verschobene Start unserer baulichen Erweiterungsmaßnahmen zu nennen: Die Auslagerung der Cafeteria und Kernzeit- bzw. Hausaufgabenbetreuung in einen Solitär zwischen Grund- und Sekundarschule. Eine ganz dringliche Maßnahme, wenn man vermeiden will, dass wir über kurz oder lang Container anmieten müssen, die jährlich immens viel Geld verschlingen, das im Neubau besser angelegt gewesen wäre. Wir kommen bereits im kommenden Schuljahr an unsere Grenzen. Dabei ist der eigentliche Schulhausanbau noch gar nicht in Sicht. Die letzte Werkrealschulklasse wird/muss/darf in der Grundschule ein Klassenzimmer beziehen. Und ein Jahr später, wenn es hoffentlich zwei Abschlussklassen geben wird und wir in allen Stufen wieder zweizügig sein werden - wo werden die dann sein? In Zeiten, wo Unterrichtskonzepte in beiden Schularten Ausweitung von Schulraum ben¨tigen, müssen wir noch enger zusammenrücken. Schulprogrammatisch gesehen ist unsere Ehrenamtsarbeit mit Schülern doch ein Stück weit zum Erliegen gekommen. Wenn Schüler nicht vor Ort sind, beschränkt sich die Verantwortungsübernahme auf das eigene Lernen und den Umgang mit Fernlernunterricht - was Vielen definitiv eine wertvolle Erfahrung und auch digitale Kompetenzerweiterungen einbrachte. Wir hoffen, dass die hohe Motivation unserer Schüler für die JuleiCa-Schulung und die Übernahme von anschließenden Verantwortungsjobs an unserer Schule durch Corona nicht verloren ging.

Unser Berufswegeplan mit all seinen Elementen, der Bewerbertag und jetzt auch die eigentlich geplante Azubimesse im Herbst fielen weg. Immerhin waren unsere Mitarbeiter der Berufsagentur und von BBQ an den Schülern dran.

Befürchtungen gibt es weiterhin, wenn unsere Schulmusik zum Erliegen kommt. Man kann Flötenunterricht und Bläserklasse nicht nur theoretisch machen. Chor, VIB-Vocs und VIB-Band sind Gruppen, die man sich nicht wegdenken will. Feierlichkeiten ohne lebendige musikalische Umrahmung sind einfach nur gruselig.

Da wir für das neue Schuljahr nur in Klassen, maximal in Klassenstufen denken sollen, sind ganz viele Arbeitsgemeinschaften nicht möglich, die jahrgangsübergreifend stattfinden. Essen in der Mensa, für Klassen im Minutentakt?

Was zeigte sich als wertvolle Errungenschaft und konnte progressiv umgesetzt werden? Tatsächlich mussten wir uns wegen des Fernlernunterrichts sehr schnell eine Kommunikationsmöglichkeit mit Schülern und Eltern schaffen, wenn wir nicht alles über Emails erledigen wollten. So entstand sehr schnell unsere neue Webuntis-Plattform, wo wir den Schülern Deadlines und Nachrichten in den Stundenplan schreiben konnten, wo es chats mit einzelnen und Klassengruppen gab, wo Material, Filme, Links und ähnliches hinterlegt werden konnten. Vorneweg fuhren wir allerdings unsere Materialpakete im Biet spazieren und belieferten zwischen den Ferienabschnitten unsere Schülerschaft damit. Wir wollten den Eltern nicht zumuten, alles ausdrucken zu müssen. Auch so war die Arbeit in den Familien zuhause manchmal nicht so einfach, wenn man sich um einen Computer streiten musste, an den jeder ran wollte. Unsere Abfrage, ob es hierzu Unterstützung brauchte, wurde allerdings negativ bestätigt. D.h. alle kamen irgendwie zurecht und wir mussten keine Endgeräte zur Verfügung stellen. Zumal es dann ja auch schon bald möglich wurde, Schüler in die Schule zu holen, deren Ausstattung suboptimal war. Diejenigen konnten dann in der Präsenzzeit ihre Aufgaben vor Ort machen. Definitiv werden wir diese Plattform auch in Zeiten des Regelunterrichts weiterhin nutzen, zumal sie datengeschützt ist und den Schülern ermöglicht, individuell an hochgeladene Dateien zu gelangen. Gerade für das Arbeiten an der Gemeinschaftsschule ist dieses Tool sehr hilfreich und kam nun schneller auf den Weg als geplant.

Für unsere Entlassschüler werden wir zwei kleine Zeugnisübergaben machen. Leider keine Feier wie sonst. Kein Pomp und Trara. Die Einschulungsfeiern für neue Erst- und Fünftklässler sind ebenfalls nur eingeschränkt geplant. Hoffen wir, dass doch schöne Erinnerungen bleiben werden.

Dieses Jahr bedanke ich mich nicht bei allen Mitstreitern in ausführlicher Form. Sie dürfen sich an dieser Stelle alle angesprochen fühlen. Ich bedanke mich bei unseren engagierten Eltern, auch bei einzelnen die unsere Organisation während des Fernlernens lobend erwähnten. Schön, dass sich solche Stimmen zu Wort gemeldet haben. Das tat uns allen sehr gut. Ich bedanke mich bei meinem Kollegium, das sehr viel Einsatz gebracht und den Kontakt mit den Kindern gehalten hat. Wir können hier sagen, dass wir uns in der Zeit nicht einfach zurückgelehnt haben oder gar untergetaucht sind, wie vielfach in der Presse pauschal verurteilt. Im Gegenteil: Wir waren auch unbequem, weil wir manchen auf die Füße gestanden sind, die sich mit den Fernlernen schwertaten. Uns war es auch in dieser Zeit wichtig, dass wir weiterhin Lerninhalte vermitteln konnten und nun keine Altlasten mit ins neue Schuljahr nehmen. Deshalb wird es auch an der Grundschule keine "Lernbrücke" geben müssen und in der Sekundarstufe machen wir Lernbrüüke mit motivierten Schülern, die Lust haben, in den Ferien noch etwas zu vertiefen.

Wir freuen uns mit unseren zukünftigen Müttern, Frau Maniero und Frau Feger, die wir im nächsten Schuljahr leider nicht an Bord haben werden. Wir freuen uns für Fr. Sproll, die nun doch ein "zweites Mal" in Pension geht und definitiv im kommenden Schuljahr nicht noch einmal als Aushilfe zur Verfügung stehen wird, obwohl wir sie für die letzte Werkrealschulklasse noch einmal hätten brauchen können. Unseren beiden derzeitigen FSJ-Kräften, Frau Bornbaum und Herrn Fiedler, wünschen wir alles Gute für ihre Zukunft, ebenso Fr. Nonnenmann, die an eine andere Schule wechseln wird. Ohne Sekretärin und Hausmeister wäre jede Schulleitung verloren: Vielen Dank an Frau Kunkis und Herrn Nitsche!

Ich wünsche uns allen eine erholsame Auszeit und hoffe sehr, dass die Umstände durch neue urlaubsbedingte Coronawellen nicht schlechter werden und wir wenigstens in etwa so starten können wie wir jetzt aufgehört haben! Von einer Besserung träume ich verhalten optimistisch.

Ihre
Helga Schuhmacher
Schulleiterin